Müllsammelaktion

Müllsammelaktion im Wahlpflichtunterricht der Klassenstufe 10 – Nachhaltig ins neue Jahrzehnt
 
Es ist Freitagmittag – die letzten zwei Unterrichtsstunden vor den verdienten Weihnachtsferien haben begonnen. Für die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtfaches „Umwelt“ der Klassenstufe 10 ist dies dennoch kein Grund schon in den „Chillmodus“ zu schalten. Unter der Leitung von Fachlehrerin Frau Neusser wird auch der letzte Unterrichtsblock des Jahres dafür genutzt einer der am kontroversesten diskutierten politischen Themen des ausklingenden Jahrzehnts aufzugreifen und mit Praxis zu beleben: Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

 
„Wie geht ihr mit dem Thema Nachhaltigkeit zu Weihnachten in euren Familien um? Habt ihr konkrete Ziele oder Vorhaben, die ihr umsetzen wollt?“ fragt Frau Neusser ihre Klasse zu Beginn und greift damit den Unterrichtsinhalt der vorherigen Woche auf. Das Thema: „Das nachhaltige Weihnachtsfest“. Ein Schüler antwortet: „Wir haben uns dieses Jahr dazu entschieden auf die Herkunft unseres Weihnachtsbaumes zu achten. Viele Weihnachtsbäume die verkauft werden, sind ja importiert und haben schon einen langen Transportweg hinter sich. Wir haben deshalb einen Baum gekauft, der regional gewachsen ist.“ Die Idee kommt in der Klasse gut an und Frau Neusser ergänzt: „Stimmt, durch den Wegfall langer Transportwege kann der CO2-Ausstoß verringert werden.“
 
Nach der kurzen Debatte werden die Ärmel hochgekrempelt, die Schülerinnen und Schüler ziehen ihre mitgebrachten Arbeitshandschuhe an, es werden Mülltüten verteilt. Ziel ist es in der verbleibenden Zeit so viel Müll wie möglich auf und um den Schulhof herum, sowie den Schulwegen und anderen öffentlichen Orten im fußläufig erreichbaren Bereich des Goethe-Gymnasiums zu sammeln. Zusätzlich begleitet wird der Umweltkurs durch den Schulsozialarbeiter Herr Schroeder.
 
Bereits nach kurzer Zeit sind die ersten Müllsäcke bereits komplett mit Verpackungsresten und Unrat gefüllt. Jalal hingegen hat sich entschieden die Idee von Herr Schroeder aufzugreifen und möchte ausschließlich weggeworfene Zigarettenstummel sammeln. Laut Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der US National Library of Medicine/National Institutes of Health vergiftet schon ein einziger weggeworfener Zigarettenstummel mindestens 40 Liter Grundwasser und braucht 15 Jahre, um zu verrotten. Am Ende der Sammelaktion hat er in kurzer Zeit ein 0,5 Liter Glas mit etwa 300 weggeworfenen Zigarettenstummeln gefüllt oder nach der Formel des BUND und US-amerikanischer Gesundheitsbehörden: mindestens 12.000 Liter – 80 gefüllte Badewannen – Grundwasser vor Verunreinigung mit toxischen Chemikalien geschützt. 
 
Als sich die Müllsammelaktion dem Ende zuneigt und die Ferien zum Greifen nah sind, wurden insgesamt 8 blaue Säcke bis oben gefüllt und werden nun sachgerecht von den Schülerinnen und Schülern entsorgt. „Und was hat euch am meisten überrascht im Nachhinein?“ fragt Kursleiterin Frau Neusser, bevor es in die Ferien geht. Eine Schülerin fasst zusammen: „Eigentlich sieht unsere Umgebung relativ sauber aus. Aber es liegt wirklich viel Müll herum, wenn man genau hinschaut. Alles Mögliche. Vor allem Kleinzeug, Verpackungsmüll, aber auch kaputte Messer und solche Dinge.“ Auch im neuen Jahrzehnt, so ist sich der Kurs einig, wird niemand alleine das Klima und die Umwelt retten, aber wenn jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten etwas beiträgt, ist das ein guter Anfang.
 
Text: T. Schroeder