Besuch des Bundestages

SchülerInnen lernen das politische Berlin kennen

Die große Politik in Berlin hautnah erleben, das konnten am 14. Oktober die Teamer der Klassenstufe 10 des Goethe-Gymnasium Ludwigslust. Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE) bestiegen sie gemeinsam mit anderen Interessierten aller Altersgruppen aus dem Landkreis und ihrem Schulsozialarbeiter Tony Schroeder morgens um sechs Uhr einen Charterbus und begaben sich auf eine politische Bildungsreise in die Hauptstadt Berlin.

Als erster Höhepunkt wartete ein Vortrag direkt im Plenarsaal des Deutschen Bundestages, bei welchem auch viele interessante Fragen beantwortet wurden. Nicht nur die unterschiedlichen Abstimmungsverfahren des Bundestages, wie zum Beispiel der sogenannte Hammelsprung wurden erklärt, sondern auch Ästhetisches. Die Schülerin Lina fragte nach, ob die Farbe der Bestuhlung denn eine besondere Bedeutung hätte. „Diese Farbe ist in den Neunziger Jahren im Rahmen des Umbaus vom britischen Stararchitekten Norman Foster extra entwickelt worden und ist ein geschützter Farbton. Das ‚Bundestagsblau’ mit violettem Stich ist keine politische Kennfarbe und gilt damit als politisch neutral.“ lautete die Antwort.

Im Anschluss an den Vortrag hatten alle Beteiligten die Möglichkeit den Bundestagsabgeordneten Dr. Dietmar Bartsch kennen zu lernen. Für die meisten SchülerInnen war es das erste Mal mit einem Bundestagsabgeordneten in Kontakt zu kommen, sowie Einblicke in den Arbeitsalltag eines Politikers zu erhalten. Das aktuell unter Jugendlichen dominanteste politische Thema Klimapolitik führte zu einer lebhaften Diskussion, in der sich die SchülerInnen mit Dietmar Bartsch austauschten und positive Unterstützung für ihr klimapolitisches Engagement fanden, da es um ihre eigene Zukunft ginge. Unter anderem das Demonstrationsrecht für seine Interessen zu nutzen, sei der richtige Rahmen in einer Demokratie – auch außerhalb der Schulzeit. Er wies auch darauf hin, dass die Jugendlichen zusätzlich selbst etwas für die Umwelt tun und politisch aktiv bleiben müssten, indem sie beispielsweise Gerechtigkeitsfragen der Klimaforderungen weiter diskutieren. Stichwort: Auswirkungen einer C02-Steuer auf einkommensschwache Haushalte. Mit vielen guten Tipps, die die SchülerInnen zum Nachdenken brachten, ging es abschließend noch hoch hinaus auf die Kuppel des Reichstagsgebäudes.

Am Nachmittag stand eine Stadtrundfahrt durch das politische Berlin auf dem Programm. Vorbei an historisch bedeutsamen Bauwerken, wurde nicht nur mehrfach die ehemalige innerdeutsche Grenze des geteilten Berlins gekreuzt, sondern auch politisch prägende Ereignisse der gesamtdeutschen Geschichte erklärt, die nachdenklich machten. Vorbei an jenem Ort, wo einst die berüchtigte ‚Bücherverbrennung’ der Nazis stattfand, über den Alexanderplatz mit seinem imposanten Fernsehturm, bis hin zur ‚Gedächtniskirche‘ am Breitscheidplatz, wo immer noch Blumen zur Erinnerung an die Opfer des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016 niedergelegt werden. Berlin konnte auf diese Weise im wahrsten Sinne „erfahren“ werden, an dessen Bauwerken sich zurückliegende und aktuelle politische Ereignisse und Entwicklungen der deutschen Geschichte ablesen lassen wie in einem Geschichtsbuch.

Abschließend konnten alle TeilnehmerInnen Berlin noch auf eigene Faust erkunden. Einige nutzten die freie Zeit für eine kleine Shoppingtour, andere wiederum holten sich noch ein wenig Nachschlag in Sachen Geschichte und besuchten den Mauerpark, bevor es dann nach dem gemeinsamen Abendessen wieder mit dem Bus zurück nach Ludwigslust ging, wo alle erschöpft, aber zufrieden den gemeinsamen Ausflug gegen 21 Uhr beendeten.

Text: Tony Schroeder