Architekturprojekt

Architektur hautnah

Schaut man im hinteren Teil des Kunstraumes aus dem Dachfenster, sieht man zwei zerfallene Kasernengebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Im Kunstraum fand am 25. November eine Veranstaltung für den Kunstkurs 3, organisiert von Frau Weigl, statt. Es stellten mehrere MitarbeiterInnen der VentusVentures GmbH aus Hamburg – darunter Architekt und Investor – ihr noch sehr offenes Projekt zur Bebauung des Areals auf dem alten Kasernengelände vor. Sie besuchten Ludwigslust für drei Veranstaltungen dieser Art, bei denen sie Wünsche und Anregungen von potentiellen künftigen Mietern zu ihrem bisherigen Konzept sammeln wollten. Dabei konnten die SchülerInnen das im Architekturkurs erworbene Wissen über das im Unterricht vermittelte Maß hinaus erweitern.

Doch was soll eigentlich entstehen? Momentaner Stand der Planung ist ein Campus für 60 bis 80 barrierefreie Wohnungen in einem drei- bis vierstöckigen Gebäudekomplex mit einer angrenzenden Grünfläche, die teils öffentlich, teils privat für Gärten mietbar sein soll. Sehr deutlich wurde das Anliegen zur Nachhaltigkeit. Der Entwurf umfasst eine Ziegelfassade, ein begrüntes Flachdach und die Nutzung nachhaltiger Energien, wie Fernwärme und Biogas. Angebote des Campus‘ sollen unter anderem Carsharing, Smart-Work-Center, freie Räume für Veranstaltungen und eine Kindertagesstätte sein.

Nachdem Architekt Herr Busch aus Neustadt-Glewe und Investor Herr Heimes aus Hamburg über den jetzigen Entwurf berichtet hatten und Fragen geklärt werden konnten, setzte sich die Diskussion in drei Gruppen fort: Technik und Ausstattung, Architektur und Wohnraumgestaltung und Zukunftswohnen. Dort trugen die SchülerInnen ihre Vorstellungen und Wünsche zum Thema Wohnen im Austausch mit den Fachleuten vor. Ein Fragebogen  rundete die Diskussion ab, damit auch jeder zu Wort kommen konnte. Letztlich folgte eine Besprechung der Eindrücke mit dem ganzen Kurs, aus der Investor Martin Heimes folgende Anliegen der SchülerInnen resümierte: große, helle und flexibel zu gliedernde Räume, ein hohes Maß an Mobilität und ein Preissystem, das sich danach aufstellt, welche Leistungen man in Anspruch nehmen möchte.

So verließ man den Kunstraum mit einem rauchenden Schädel von den vielen neuen Ansätzen bei der Architekturplanung und den modernen Möglichkeiten der Architektur – und warf vielleicht noch einen gespannten Blick auf die zwei gegenüberliegenden Häuser.

Paul Möller