Schule 2.0

 

Schülerrat aus Teterow besucht Ludwigsluster Goethe-Gymnasium/Schülerratsarbeit in Lulu als Vorbild für das Leben von Demokratie in Klassen

LUDWIGSLUST Der 17-jährige Steffan Sager ist Schulsprecher des Europa-Gymnasiums in Teterow, und er ist unzufrieden. Seit der 7.Klasse engagiert er sich für seine Schule und vertritt im Schulrat die Interessen seiner Mitschüler. Aber: „Ein Schülerrat, der sich nur einmal halbjährlich trifft, und nicht alle Schüler erreicht, kann nicht sehr viel bewegen.“

In Zusammenarbeit mit Schulsozialarbeitern der Teterower Schule soll der Schülerrat an dem Europa-Gymnasium neu gestaltet werden. „Weil sich an unserer Schule zur Zeit eh viel ändert, wir haben z. B. eine neue Schulleiterin bekommen, ist nun der perfekte Zeitpunkt“, sagt der engagierte Schüler.

Erster Schritt für einen neuen Schülerrat von Schülern für Schüler war der Besuch des Schülerrats vom Ludwigsluster Goethe-Gymnasium. Über die Schulsozialarbeiter wurde der Kontakt zu Ramona Stein hergestellt, die an der Ludwigsluster Schule nicht nur Sportlehrerin ist, sondern auch selbst mit Herz und Seele die Schulsozialarbeit vorantreibt. „Der Schülerrat in Lulu ist für uns ein echtes Vorbild. Ich und mein Schulratskollege sind hier, um uns Anregungen und Tipps für unseren Schülerrat zu holen“, so Steffan über den Besuch am Donnerstagvormittag. Tatsächlich zeigten Ramona Stein und die insgesamt 25 Schülerratsmitglieder - je ein Klassensprecher aus einer Schulklasse - wie sich der Schulalltag durch die Schüler mit Unterstützung der Lehrkräfte gestalten lässt. Die Klassensprecher, zwischen 12 und 18 Jahre alt, treffen sich mindestens alle zwei Wochen, um über den Fortschritt von Projekten zu sprechen und gemeinschaftlich über schulische Angelegenheiten abzustimmen. Dabei komme jeder zu Wort, der etwas zu sagen habe. Schließlich ziehen alle an einem Strang, betont der Schülerrat seine Arbeit. Für Ramona Stein sind die regelmäßigen Sitzungen aller Klassensprecher ein wichtiges Lern- und Lehrmittel: „Der Schülerrat ist Dreh- und Angelpunkt im schulischen Leben. Die Schüler sind von morgens bis abends in der Schule, lernen binomische Formeln und Fremdsprachen. Die Vermittlung sozialer Kompetenzen darf dabei nicht verloren gehen.“

Nach den Schülerratssitzungen geben die Klassensprecher die Ergebnisse und Ideen direkt in die Schüler in den Klassen weiter. Jeder Schüler kann übrigens an den Schülerratssitzungen teilnehmen, da sie meist in der großen Pause abgehalten werden. Die gemeinschaftliche Dynamik kommt auch bei den Schülern aus Teterow an. “Es ist toll zusehen, wie die Schüler gemeinsam ihr Schulleben gestalten, gemeinsam Projekte organisieren und die Schule als Einheit vertreten“, beschreibt Steffan seinen Eindruck vom Schülerrat des Ludwigsluster Gymnasiums. Diese Art von Schulpolitik möchte er nun auch seinem Gremium weitergeben.

Wenn Schüler nicht nur Fachwissen vermittelt bekommen, sondern auch lernen, ihre Meinung zuäußern, aktiv zu sein und ihren Schullalltag selbst zu gestalten, dann machen sie Schule 2.0 und leben Demokratie.

Thomas Stengel - SVZ