Demokratiefest

Quelle: David Ausserhofer für demokratieerleben.de

Demokratiefest im Garten des Schloss Bellevue

Am 19. Juni lud Bundespräsident Joachim Gauck zum ersten Demokratiefest in den Garten des Schlosses Bellevue, um Jugendliche aus ganz Deutschland für ihr Engagement für Demokratie und Gesellschaft zu würdigen.  Die Schüler Christian Grabs und Poppy Fitzgerald-Clark nahmen als Mitglieder der Foto AG am Fest teil.

Auf den Namensschildern der Teilnehmer standen bestimmte Tischnamen wie "Mitbestimmung" oder "Gewissenhaftigkeit", an diesen Tischen lernten sie sich nach der Begrüßung durch Bundespräsidenten, bei der er sich zunächst von Jacket und Krawatte befreite, spielerisch kennen. Dabei saßen oft politisch engagierte Bürger und Politiker mit den Jugendlichen am Tisch. Bei Häppchen und kalten Getränken wurde über  Ideen und Wünsche geredet. Dabei erzählten die Teilnehmer auch von den Projekten, die ihnen die Einladung zum Demokratiefest ermöglichte. Neben einem der Erfinder einer iPhone-App zum Thema Organspende und  den Redakteuren einer Schülerzeitung, saßen Organisatoren von Rollstuhlsportturnieren und ein junger Mann, der das Leben auf seinem Kiez in Neukölln für alle Bewohner angenehmer gestalten möchte.

Peter Fauser, Wissenschaftlicher Leiter des Förderprogramms Demokratisches Handeln, und Hildegard Hamm-Brücher, Staatsministerin a.D., auch als Grande Dame der deutschen Demokratie bekannt, saßen mit am Tisch und waren begeistert von den Projekten. Frau Hamm-Brücher am Tisch zu haben war eine besondere Freude. Die 91-Jährige erzählte von ihren ersten Erfahrungen in der Politik und ihre Meinung zum Bundespräsidenten.

Bei einem Dialogforum zum Thema "Meinungsstark im Palament - Welche Spielräume bieten Interessenvertretungen für Jugendliche?" erinnerte sich Petra Rothe, Vizepräsidentin des Deutschen Städtetages an ihre erste Begenung mit Frau Hamm-Brücher: "Sie hat mich zur Seite genommen und gesagt, als Frau solle ich mich stark für meine Interessen einsetzen, egal ob sie gegen den Mainstream oder die Meinung bestimmter Parteien geht. Man braucht Leidenschaft, mit Leidenschaft kann man viel bewegen." Diese Aussage scheint die Frau, die seit 1995 immer wieder gewählt und somit bis heute Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main ist, sehr geprägt zu haben. Offen sprach sie über ihren Wunsch, Wahlen auch für Bewohner ohne deutschen Pass zu ermöglichen, wenn diese über einen längeren Zeitraum an einem Wort wohnen.

Neben mehreren Dialogforen in drei Zelten, gab es im Garten auch mehrere Aktivstationen, zum Beispiel eine Wand für Graffiti und ein Improvisationstheater. Bei der gesamten Veranstaltung waren viele Reporter unterwegs, um vom Fest zu berichten.

Zum Schluss beantwortete Joachim Gauck Fragen, über die man zuvor in einer Aktivstation abstimmen konnte und die Band MIA gab ein Konzert.

DemokratieFest - Trailer from DemokratieErleben on Vimeo.